Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Weltwirtschaft wächst weiter, ist jedoch anhaltenden Risiken ausgesetzt

Die Weltwirtschaft wird 2016 nach Einschätzung des IWF voraussichtlich auf ihrem Wachstumspfad bleiben, Risiken sind jedoch weiterhin vorhanden. Nach 3,4 % im Jahr 2014 und 3,1 % im Jahr 2015 wird für das kommende Jahr eine Steigerung von 3,6 % veranschlagt. Ihren Beitrag dazu sollen sowohl die entwickelten Volkswirtschaften als auch die Schwellenländer leisten. Gerade Letztere wurden 2015 mit einer Kombination ungünstiger Faktoren konfrontiert. Sie sahen sich geopolitischen Spannungen, reduzierten Kapitalflüssen und zum Teil verschärften Finanzierungskonditionen gegenüber. Besonders China machte als Schwergewicht in der Gruppe dieser Länder durch eine reduzierte Wachstumsdynamik von sich reden, die grenzüberschreitend weitere negative Wirkungen entfaltete.

Wesentliche Effekte gingen von niedrigeren Rohstoffpreisen aus. Während die rohstoffreichen Länder im Exportgeschäft darunter litten, konnten die von Rohstoffimporten abhängigen Staaten in ihrer Wirtschaftsentwicklung davon profitieren.

Folgende Einflüsse werden auch 2016 wesentlich für das Gesamtbild sein:

In China wurde im neuen Fünfjahresplan für die Periode 2016 bis 2020 auf die Nennung eines Wachstumsziels verzichtet, der chinesische Staatspräsident sieht jedoch das Wirtschaftswachstum des Landes in den nächsten Jahren nicht einbrechen und veranschlagt die Wachstumsrate auf mindestens 6,5 % jährlich. Ausländische Konjunkturexperten sind hinsichtlich des erwarteten BIP-Wachstums allerdings vorsichtiger. Der IWF geht in seiner Prognose für China von nur 6,3 % Zuwachs aus. Dennoch hält er in der Gesamtbetrachtung der Schwellen- und Entwicklungsländer die Rückkehr zu einem Wirtschaftswachstum von 4,5 % für wahrscheinlich, was auf eine gewisse Normalisierung der Rahmenbedingungen in einigen Ländern und auf positive Einflüsse aus der besseren Entwicklung in Industrieländern zurückgeführt wird. Besonders einkommensschwache und von Rohstoffexporten abhängige Volkswirtschaften unterliegen jedoch weiterhin besonderen Risiken.

In der Gruppe der hochentwickelten Länder wird sich nach Meinung des IWF die Erholung in den USA voraussichtlich fortsetzen. Begünstigt wird dies vor allem von niedrigen Energiepreisen, gestärkten Unternehmensbilanzen und einer weiteren Erholung des Bausektors. Die belastenden Effekte aus einem festen US-Dollar sollen damit mehr als ausgeglichen werden. Das Wirtschaftswachstum der USA im Jahr 2016 wird deshalb mit 2,8 % veranschlagt.

Auch in Japan könnten sich die Besserungstendenzen fortsetzen. Das Wirtschaftswachstum sollte 1 % im Jahr 2016 erreichen.

Die moderate Erholung im Euro-Raum wird sich voraussichtlich fortsetzen, unterstützt von niedrigen Rohstoffpreisen, einer lockeren Geldpolitik und einem exportfördernden niedrigen Euro. Limitiert wird das Wachstum allerdings weiterhin von regionalen Einzelentwicklungen innerhalb des Währungsgebietes und anderen Faktoren wie z. B. von der demographischen Entwicklung. Insgesamt veranschlagt der IWF für 2016 in der Euro-Zone ein Plus von 1,6 % nach 1,5 % im laufenden Jahr. Deutschland liegt gegenüber dem Vorjahr mit plus 1,6 % auf gleicher Höhe, Frankreich mit plus 1,5 % und Italien mit plus 1,3 % etwas darunter. Außerhalb weist insbesondere Großbritannien mit plus 2,2 % ein überdurchschnittliches Wachstum auf.