Nachhaltigkeit, Umwelt- und Gesundheitsschutz

Nachhaltigkeit als Teil der Konzernstrategie

Nachhaltiges Handeln und Wirtschaften gehören zu den zentralen Bestandteilen der Unternehmensstrategie von Aurubis. Verantwortungsvoll zu agieren, heißt für uns, mit der Umwelt und den begrenzten natürlichen Ressourcen gewissenhaft umzugehen. Es schließt den verantwortungsbewussten Umgang mit Mitarbeitern, Zulieferern, Kunden und Nachbarn sowie dem Umfeld unserer Werke und den Kommunen, in denen Aurubis tätig ist, ein.

Verantwortungsvolle Geschäftspraktiken sind auch die Grundlage unseres operativen Geschäfts. Zusammen mit gesundem Wachstum bildet dies die Basis eines nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolges und einer gesicherten Zukunft des Unternehmens.

Bei Aurubis bilden interne Richtlinien und Managementsysteme, die Unternehmenswerte PRIMA sowie gesetzliche Vorgaben die Basis für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung. Zu den fünf Unternehmenswerten PRIMA (Performance, Responsibility, Integrity, Mutability, Appreciation) des Konzerns gehören neben der Verantwortung Wertschätzung, Leistung, Integrität und Wandlungsfähigkeit.

Aurubis achtet die Menschenrechte und setzt sich für ihre Wahrung ein. Von grundsätzlicher Bedeutung ist für uns die Einhaltung der international anerkannten Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Seit Dezember 2014 bekennt sich Aurubis zum Global Compact der Vereinten Nationen und verpflichtet sich damit, an der Umsetzung seiner Prinzipien zu arbeiten. Die im Jahr der Unterzeichnung erzielten Fortschritte wurden im Fortschrittsbericht 2014 veröffentlicht. 

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmenskultur

Ein Kernthema im Konzern ist die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmenskultur. Aurubis leistet hier viel, an allen Standorten im Konzern sowie über alle Geschäftsprozesse hinweg. Mit vielfältigen Maßnahmen tragen wir dazu bei, dass mögliche Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Umwelt, aber auch auf Mitarbeiter und die Gesellschaft von vornherein so gering wie möglich gehalten werden.

Um sich diesem Nachhaltigkeitsansatz systematischer zu widmen, hat Aurubis im Geschäftsjahr 2012/13 eine zusammenfassende Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet und diese im Jahr 2014 vorgestellt. In der Nachhaltigkeitsstrategie sind die wesentlichen Handlungsfelder für die kommenden Jahre festgelegt. Basierend darauf wurden Ziele in den Kategorien Wirtschaft, Umwelt und Mensch entwickelt sowie Aktionspläne für einzelne Handlungsfelder erarbeitet.

So wird Aurubis unter anderem weitere Ideen aus dem Innovationsmanagement generieren und umsetzen, Emissionen noch weiter verringern, das Recycling von komplexen Recyclingmaterialien weiter ausbauen, die Arbeitssicherheit nochmals erhöhen, sich stärker mit der Verantwortung in der Lieferkette auseinandersetzen und den Dialog mit Interessengruppen ausbauen, unter anderem mit der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten zum Thema Kreislaufwirtschaft.

Die steigenden Fragen und Anforderungen von verschiedenen Interessengruppen aus dem Umfeld bestätigen uns in dieser Vorgehensweise. Kunden legen zunehmend Wert auf möglichst umweltfreundliche Produkte und auf Klimaschutz, aber auch auf moderne Produktionsprozesse und auf eine gesicherte und verantwortungsvolle Rohstoffversorgung. Ein Beispiel ist, dass neben der Investoreninitiative Carbon Disclosure Project auch Kunden Aurubis angefragt haben, am CDP-Ratingprojekt zum Klimaschutz teilzunehmen. Aurubis ist dafür am 4. November 2015 als bester Neuteilnehmer Deutschlands ausgezeichnet worden.

Die Ansprüche an Ressourceneffizienz, umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft und Recyclinglösungen im Multi-Metal-Bereich sind steigend. Es besteht ein großes Interesse an einem Austausch zu Nachhaltigkeitsthemen bei Geschäftspartnern. Ein Beispiel ist die Kooperation von Aurubis mit der Grillo-Werke AG, die als gemeinsamen Ansatz das Schließen von Wertstoffkreisläufen hat.

Organisatorische Einbindung

Nachhaltigkeit ist bei Aurubis thematisch und organisatorisch konzernweit in den Bereich Corporate Communications & External Affairs eingebettet. Die operative Arbeit leistet das Nachhaltigkeitsmanagement zusammen mit Vertretern aus allen Fachbereichen des Konzerns.

Umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung

Im Jahr 2014 erschien zum vierten Mal der konzernweite Aurubis-Nachhaltigkeitsbericht. Er liefert eine detaillierte und umfassende Nachhaltigkeitsbilanz der zurückliegenden zwei Geschäftsjahre und wird ergänzt durch die Online-Berichterstattung.

Der neue Nachhaltigkeitsbericht über die Geschäftsjahre 2013/14 sowie 2014/15 wird zum Frühjahr 2016 veröffentlicht werden. Die Orientierung an dem international anerkannten Berichtsstandard der Global Reporting Initiative (GRI) trägt dazu bei, die Unternehmensberichterstattung in Bezug auf Nachhaltigkeit transparenter und vergleichbarer zu machen. Neben relevanten Kennzahlen werden Erfolge, Ziele und Herausforderungen dargestellt und die Aurubis-Nachhaltigkeitsstrategie präsentiert.

Der kommende Bericht wird höheren Berichtsanforderungen folgen (GRI G4), denen wir im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie gerne nachkommen. Im Zuge seiner Erstellung werden wir die wesentlichen Nachhaltigkeitsbelange des Unternehmens gezielt herausarbeiten und unter anderem eine Stakeholderbefragung durchführen.

Damit ist Aurubis gut aufgestellt, um auch den Berichtspflichten Corporate Social Responsibility nachzukommen, wonach große Unternehmen von öffentlichem Interesse ab 2017 über Strategien, Risiken und Ergebnisse in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Achtung der Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Diversität in den Leitungs- und Kontrollorganen berichten müssen. Schon jetzt erfolgt die Erarbeitung von Nachhaltigkeitsbericht und Geschäftsbericht in enger Kooperation der Fachabteilungen.

Umweltschutz im Konzern

Aurubis übernimmt Verantwortung für Umwelt- und Klimaschutz. Bei Aurubis erfolgt die umweltfreundliche Produktion unter Verwendung modernster, energieeffizienter Anlagentechniken mit sehr hohen Umweltschutzstandards, um so natürliche Ressourcen zu schonen und eine saubere Umwelt für zukünftige Generationen zu erhalten. Diesen Anspruch verfolgen wir für alle Produktionsstätten im Aurubis-Konzern und über alle Geschäftsprozesse hinweg. Konzernweit haben wir uns Ziele im Umweltschutz gesetzt, Kennzahlen zum Umweltschutz definiert und Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt. Die Wirksamkeit der Ziele und Maßnahmen wird kontinuierlich überprüft. 

Umweltschutzinvestitionen bei Aurubis Kupfererzeugung

Grafik: Umweltschutzinvestitionen bei Aurubis Kupfererzeugung

Themen im Konzernumweltschutz bis zum Jahr 2015

Grafik: Themen im Konzernumweltschutz bis zum Jahr 2015

Konzernweite Umweltmanagementsysteme (insbesondere nach ISO 14001; ergänzt um die Teilnahme der Aurubis AG am EMAS-Umweltmanagementsystem, dem Eco-Management and Audit Scheme) unterstützen die Implementierung und Umsetzung der Ziele im Umwelt- und Klimaschutz. Zielvorgaben werden erfasst, Abweichungen bewertet, Korrekturmaßnahmen eingeleitet und in ihrer Wirksamkeit verfolgt.

Darüber hinaus wurden an mehreren Standorten Energiemanagementsysteme nach ISO 50001 implementiert und zertifiziert. Durch eine jährliche externe Überprüfung haben wir die Möglichkeit, die erfolgreiche Implementierung des Umweltschutzes durch einen unabhängigen Dritten bestätigen zu lassen und Verbesserungspotenziale zu erkennen.

Eine wesentliche Grundlage für die umweltfreundliche Produktion ist der effiziente Einsatz von Rohstoffen. Die Multi- Metal-Produktion und das Recycling von komplexen Einsatzstoffen bilden die Basis für eine verantwortungsvolle und bedarfsgerechte Produktion bei Aurubis.

Die kontinuierliche Verbesserung des Gewässerschutzes, des Bodenschutzes, des Klimaschutzes und des Immissionsschutzes ist Voraussetzung für einen nachhaltigen Umweltschutz. Daher wurden seit dem Jahr 2000 mehr als 500 Mio. € in Umweltschutzmaßnahmen in der Primär- und Sekundärkupferproduktion investiert.

Bei der Kupfererzeugung aus Kupfererzkonzentraten entsteht Schwefeldioxid. Im internationalen Vergleich nimmt Aurubis eine Spitzenposition bei der Verminderung der spezifischen Schwefeldioxid-Emissionen ein. Die spezifischen Staubemissionen für den Bereich der Primär- und Sekundärkupfererzeugung konnten um 96 % vermindert werden (Bezugsjahr 2000).

Staubemissionen

Grafik: Staubemissionen

Neben der Minderung der Luftemissionen haben wir auch im Bereich des Gewässerschutzes deutliche Verbesserungen erreicht: Die Emissionen von Metallen in Gewässer im Bereich der Kupfererzeugung konnten wir seit dem Jahr 2000 von 7,2 auf 1,3 g pro Tonne erzeugten Kupfers senken. Dies entspricht einem Rückgang um 82 %. Somit haben wir das Umweltschutzziel, die Gewässeremissionen bis zum Jahr 2015 um ca. 70 % zu reduzieren, in diesem Berichtszeitraum erreicht. Allein im Vergleich zum Vorjahr konnten die Gewässeremissionen um mehr als ein Viertel gesenkt werden. Unser Ziel ist es nun, dieses niedrige Niveau auch in Zukunft zu halten.

Beispielhaft sind folgende Maßnahmen, die wesentlich zur weiteren Verbesserung des Umweltschutzes beigetragen haben:

  • Im Rahmen der freiwilligen Vereinbarung mit der Stadt Hamburg zur Reduktion der Emissionen wurden Minderungspotenziale ermittelt und mit der Behörde für Umwelt und Energie Emissionsminderungsmaßnahmen vereinbart. Hierdurch konnte die Erfassung diffuser Emissionen im Bereich der Primärkupfererzeugung durch die Installation zusätzlicher Hauben verbessert werden.
  • Eine am Standort Lünen im Frühjahr 2014 in Betrieb genommene Anlage zur Regenwasserrückhaltung arbeitet störungsfrei im Regelbetrieb. Das zurückgehaltene Wasser deckt nunmehr einen großen Teil des werksinternen Kühl- und Brauchwasserbedarfs.
  • Am bulgarischen Standort Pirdop konnte im November 2014 eine Wasserbehandlungsanlage in Betrieb genommen werden. Mit einer Kapazität von 216 m3/h und mehreren Auffangbecken mit einem Volumen von 32.000 m3 wird in der Anlage insbesondere Oberflächenwasser des Standortes behandelt und damit die Wasserqualität gesteigert. Darüber hinaus konnte eine neue Abgasbehandlungsanlage in Betrieb genommen werden, die dazu beiträgt, die Luftemissionen weiter zu reduzieren.

Auch im Geschäftsjahr 2014/2015 hat Aurubis konzernweit einen offenen Dialog mit Behörden und Bürgern geführt und sich in zahlreichen Projekten engagiert.

So beteiligen wir uns zusammen mit dem europäischen Dachverband Eurometaux und dem European Copper Institute (ECI) an der dreijährigen Test- und Entwicklungsphase des Umweltfußabdrucks (Product Environmental Footprint – PEF) der EU-Kommission. Ziel dieser Kooperation ist es, die Methodik zur Bestimmung des Umweltfußabdrucks weiter zu entwickeln und zu testen. Auf dieser Grundlage möchte die EU Kommission einen Binnenmarkt für „umweltfreundliche Produkte“ und „umweltfreundliche Organisationen“ entwickeln.

In Hamburg sind wir seit dem Jahr 2003 Mitglied der Umweltpartnerschaft und nehmen an der Partnerschaft für Luftgüte und schadstoffarme Mobilität teil, die von der Freien und Hansestadt Hamburg koordiniert wird. Ziel dieser Partnerschaft ist die Reduktion der Stickstoffdioxid-Emissionen, die insbesondere durch den Verkehr verursacht werden. Ideen zu den Themen Mitarbeitermobilität und effizienter Fuhrpark sollen gemeinsam entwickelt werden. So wurde ein Fahrradsicherheits-Check für Mitarbeiter angeboten, um die sichere Mobilität der Radfahrer auch in der dunklen Jahreszeit zu unterstützen.

Weiterhin sensibilisieren wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für diese Themen, denn ein hohes Umwelt-bewusstsein ist eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreichen Umweltschutz.

Das Streben nach Energieeffizienz, Ressourceneffizienz und Umweltschutz kann jedoch auch zu Zielkonflikten führen. So ist die Verarbeitung von komplexen Recyclingstoffen zwar sehr ressourceneffizient, aber meist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Um unsere Umweltauswirkungen auf ein Minimum zu reduzieren, arbeiten wir fortlaufend daran, unsere Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Weitere Informationen zum Umweltschutz im Aurubis-Konzern sind in unserem Umweltreport enthalten, der im Internet in der Rubrik „Verantwortung“ verfügbar ist.

Energieversorgung und Energieeffizienz von großer Bedeutung

Die Fertigungsschritte in der Wertschöpfungskette sind komplex, die Kupfererzeugung ist sehr energieintensiv. Wesentliche Einflüsse sind deshalb im Geschäftsjahr 2014/15 auch vom Energiesektor ausgegangen. Erneut standen die deutsche Energiewende sowie der Beginn der 3. Handelsperiode des europäischen Emissionshandels und die Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie im Mittelpunkt.

Im Zuge des Klimaschutzes müssen Unternehmen, die Kohlendioxid ausstoßen, jetzt vollumfänglich über entsprechende Berechtigungen verfügen. Allerdings wurde die für Februar 2013 angekündigte kostenlose Zuteilung von direkten CO₂-Zertifikaten erst Anfang 2014 realisiert. Aurubis hat gegen einen Teil dieser Zuteilungsbescheide Widerspruch eingelegt – die genaue Zuteilungsmenge ist daher noch nicht absehbar.

Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie wird durch die lokalen CO2-Zusatzkosten gemindert. Um diese Effekte auszugleichen, wurden sog. Carbon Leakage Sektoren festgelegt, zu denen auch die Kupferindustrie zählt. Dieser Status, der die pauschale Kürzung der CO2-Zertifikatezuteilung weitestgehend abmildert, wird alle 5 Jahre von der europäischen Kommission überprüft und gilt für Kupfer bis einschließlich 2019. Jedoch führen die angekündigten politischen Nachjustierungen des Emissionshandels in der europäischen Industrie zu Verunsicherungen und haben Auswirkungen auf unsere Planungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

Als energieintensives Unternehmen ist der effiziente Einsatz von Energie für Aurubis nicht nur eine ökologische, sondern auch eine ökonomische Verantwortung. Alle Standorte setzen Energie so sparsam wie möglich ein und arbeiten beständig an Produktivitäts- und Effizienzsteigerungen.

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich 2007 darauf verständigt, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20 % zu reduzieren. Am 4. Dezember 2012 ist die EU-Energieeffizienz-Richtlinie (EED) in Kraft getreten. Sie umfasst ein breites Spektrum verschiedener Bereiche und sieht Aktivitäten zur Stärkung der Energieeffizienz vor, die von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden sollen. Dazu zählt die Durchführung von verpflichtenden Energieaudits bis 05.12.2015. Alle maßgeblichen deutschen Standorte des Aurubis-Konzerns haben inzwischen ein Energiemanagementsystem aufgebaut, führen Energieaudits durch und sind nach DIN EN ISO 50001 zertifiziert. Damit erfüllen wir die Grundvoraussetzungen, um auch weiterhin eine reduzierte Belastung aus der EEG-Umlage und der Energie-/Stromsteuer zu erhalten. Darüber hinaus ermöglicht uns dies, systematisch energieeffiziente Anlagentechniken zu betreiben sowie Maßnahmen zur weiteren Energieeinsparung zu identifizieren und umzusetzen. Um in den Erfahrungsaustausch über die Werksgrenzen hinauszutreten, beteiligen wir uns am Energieeffizienznetzwerk der WirtschaftsVereinigung Metalle; ein eigenes Netzwerk ist in Planung.

Unser innovatives Projekt zur hocheffizienten und flexiblen Stromerzeugung und Wärmenutzung auf Basis von Prozess-abwärme wurde im November 2014 in Betrieb genommen und mit dem Best-Practice-Label Energieeffizienz 2015 ausgezeichnet und für den internationalen Energy Efficiency Award 2015 der Deutschen Energieagentur nominiert.

Die Stromkosten an der EEX-Strombörse haben sich im Laufe des Geschäftsjahres weiterhin reduziert. Dies ist mit den nachlassenden Preisen für Kohle und dem nach wie vor niedrigen Preisniveau der CO2-Zertifikate – trotz leichtem Anstieg – zu begründen. Außerdem hat die in Deutschland beschleunigte Energiewende einen erheblichen Einfluss auf das Strompreisniveau. Stark volatiler Strom aus erneuerbarer Energie stellt hier inzwischen einen Anteil von mehr als 25 % der Gesamtbruttostromproduktion dar und verdrängt so durch die vorrangige Einspeisung konventionell erzeugten Strom. Dies hat zur Folge, dass kaum mehr teure Gaskraftwerke, sondern vornehmlich Braun- und Steinkohlekraftwerke für die Preisbildung maßgeblich sind. Die Börsenstrompreise in den deutschen Anrainerstaaten bleiben davon nicht unberührt.

Der Aurubis-Konzern basiert seine Stromversorgung in Deutschland auf einer virtuellen Kraftwerksscheibe auf Steinkohlebasis. Wir profitieren daher nicht von den preissenkenden Einflüssen erneuerbarer Energien, wohl aber von international sinkenden Kohlepreisen und einem niedrigem CO2-Preisniveau.

Aus dem Urteil zum Beihilfeprüfverfahren hinsichtlich EEG zu den vorangegangenen Perioden ergeben sich nach heutigem Kenntnisstand keine weiteren Belastungen. Der Gesetzgeber hat jedoch auf europäische Einwände reagiert und schließt die Möglichkeit einer vollständigen Befreiung von den Netzentgelten in der Zukunft aus.

Um mögliche Grenzen, aber auch Potenziale einer Stromflexibilisierung für die Aurubis-Werke zu identifizieren, beteiligt sich das Unternehmen an „NEW 4.0“, einem länderübergreifenden Großprojekt mit mehr als 50 Partnern aus Hamburg und Schleswig-Holstein. NEW 4.0 will nun eine nachhaltige Energieversorgung der Industrie realisieren und damit die Zukunftsfähigkeit der Region stärken.

Die Analyse der Flexibilisierungsmöglichkeiten und Energieeffizienzpotenziale soll unterstützend mit Simulationsmodellen erfolgen, die in unsere Aktivitäten hinsichtlich Industrie 4.0 einfließen.

Um international tätige Branchen, wie die Kupferindustrie, vor Wettbewerbsnachteilen zu schützen, hat die EU bereits eine limitierte Kompensation von CO₂-emissionshandelsbedingten Strompreiserhöhungen gestattet. Für Deutschland, die Niederlande und Belgien wurde eine entsprechende Förderrichtlinie verabschiedet, für Finnland ist diese in Planung. Selbst die in Deutschland zugesagte vollständige Kompensation wird aufgrund der EU-Regelungen in der Kupferindustrie nur zu gut 50 % wirksam.

Die Börsenpreise für Erdgas sind im Verlauf des Geschäftsjahrs 2014/15 kontinuierlich gesunken und haben gegen Ende des Geschäftsjahres Tiefststände erreicht. Der Grund für die gesunkenen Preise ist vor allem die gute Versorgungslage Europas mit Erdgas. Ein sehr kalter Winter 2015/2016 ist aktuell das größte Risiko für wieder steigende Preise. Des Weiteren haben die niedrigen Ölpreise auf einen Teil der Importverträge Druck ausgeübt. Sie haben sich auch auf die Flüssiggas-Versorgung (Propan) der Standorte Pirdop und Pori preissenkend ausgewirkt. Durch neue LNG (Liquefied Natural Gas)-Exportkapazitäten erwarten wir in Zukunft eine gute Versorgung Europas mit Erdgas trotz sinkender Eigenerzeugung. Vor allem die USA werden ab 2016 zum LNG-Exporteur und weiteren Druck auf den Markt ausüben.

Gesundheitsschutz im Konzern

Im Geschäftsjahr 2014/15 konnte die Unfallhäufigkeit unserer Mitarbeiter erneut gesenkt werden. Die Unfallhäufigkeit LTIFR (1-n) sank um 19,2 % im Vergleich zum Vorjahr auf nunmehr 6,3 (Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag, pro 1 Million gearbeiteter Stunden). Die absolute Anzahl der Unfälle fiel von 80 auf 63, tödliche Arbeitsunfälle waren im Konzern im Geschäftsjahr nicht zu beklagen.

Seit 2010 setzen wir uns Ziele im Bereich der Arbeitssicherheit und publizieren sie aktiv. Unsere Zielgröße ist die Lost Time Injury Frequency Rate LTIFR (1-n) von ≤ 3,0 im Jahr 2022, hinter der die Vision einer vollständig unfallfreien Arbeitsumgebung bei Aurubis steht. Als Ziel für das Geschäftsjahr 2014/15 war als LTIFR (1-n) ≤ 7,2 festgelegt. Sie wurde mit einem Wert von 6,3 deutlich unterschritten. Für das Geschäftsjahr 2015/16 haben wir einen Wert von ≤ 6,0 als Ziel definiert.

Unsere tägliche Verantwortung ist es, die technischen, organisatorischen und menschlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um jegliche arbeitsbedingte Unfälle und Erkrankungen zu vermeiden. Dieser Verantwortung stellen wir uns.

Unfallhäufigkeit

Grafik: Unfallhäufigkeit