Geschäftsmodell des Konzerns

Geschäftstätigkeit

Die Aurubis AG ist ein integrierter Kupferkonzern mit Schwerpunkten in der Verarbeitung von Kupferkonzentrat, dem Recycling von Metallen und der Erzeugung einer Vielzahl von Kupferprodukten. Edelmetalle und Spezialprodukte runden das Leistungsspektrum ab. Aurubis ist damit in wesentlichen Bereichen der Wertschöpfungskette von Kupfer aktiv.

Die Standorte des Konzerns liegen überwiegend in West-europa mit größeren Produktionszentren in Deutschland, Belgien und Bulgarien. Außerhalb Europas verfügt Aurubis über einen Produktionsstandort in den USA und über ein weltweites Vertriebs- und Servicenetz.

Rund 6.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für Aurubis weltweit tätig.

Geschäftsmodell

Das Geschäftsmodell des Aurubis-Konzerns bezieht seine Stärke aus der eng abgestimmten Verknüpfung von Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung.

Die Rohstoffversorgung des Konzerns ruht auf zwei Säulen und ist damit besonders geeignet, Marktchancen zu nutzen und Versorgungsrisiken abzufedern. Einerseits werden weltweit beschaffte Kupferkonzentrate eingesetzt, deren Gewinnung aus Erzen erfolgt. Andererseits verarbeitet Aurubis in großem Umfang Zwischenprodukte, Altkupfer und weitere metallhaltige Recyclingmaterialien.

Das Produktangebot umfasst im Wesentlichen Standard- und Spezialprodukte aus Kupfer und Kupferlegierungen.

Kernprodukt ist die Kupferkathode, das Produktformat des Kupferhandels an den internationalen Metallbörsen. Aurubis produziert hiervon jährlich etwa 1,1 Mio. t und zählt damit zu den führenden Produzenten der Welt. Im Konzern sind Kupferkathoden das Ausgangsprodukt für die Herstellung von weiteren Kupferprodukten, können aber auch direkt verkauft werden. In der Weiterverarbeitung verfügt Aurubis über Herstellungskapazitäten für Kupfer-Gießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte, Bänder sowie Spezialdrähte und Profile. Alle diese Produkte sind in einer breiten Variantenvielfalt erhältlich.

Weitere Produkte resultieren aus der Verarbeitung der in den Rohstoffen enthaltenen Begleitelemente von Kupfer. Dazu zählen insbesondere Edelmetalle, Schwefelsäure und Eisensilikat.

Zum direkten Kundenkreis von Aurubis zählen Unternehmen der Kupferhalbzeugindustrie, der Elektro-, Elektronik- und der Chemieindustrie sowie Zulieferer der Branchen Erneuerbare Energien, Bau- und Automobilindustrie.

Der Aurubis-Konzern wird vom Unternehmens- und Verwaltungssitz Hamburg aus geführt. An diesem Standort sind auch wesentliche Produktionsanlagen angesiedelt.

Geschäftsmodell: Integration von Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung

Grafik: Geschäftsmodell Integration von Kupfererzeugung und Kupferverarbeitung

Konzernstruktur

Die Organisationsstruktur des Aurubis-Konzerns orientiert sich am zugrundeliegenden Geschäftsmodell. Im Geschäftsjahr 2014/15 wurden grundlegende Adjustierungen vorgenommen und die neue Struktur am 1. Juli 2015 in Kraft gesetzt. Bis zu diesem Datum bildeten drei operative Business Units (BUs) das organisatorische Grundgerüst des Konzerns, die BU Primärkupfer, die BU Recycling/Edelmetalle und die BU Kupferprodukte.

Mit Wirkung vom 1. Juli 2015 sind die Aurubis-Aktivitäten in zwei operative BUs gegliedert worden: in die BU Primärkupfererzeugung und in die BU Kupferprodukte. Auf dieser neuen Basis erfolgt auch die Segmentberichterstattung gemäß IFRS 8.

In der BU Primärkupfererzeugung sind im Wesentlichen die Produktionsanlagen zur Verarbeitung von Kupferkonzentraten und die Produktion von Kupferkathoden an den Standorten Hamburg und Pirdop zusammengefasst. Neu hinzugekommen ist der in Hamburg für den Konzern zentralisierte Edelmetallbereich.

Zur BU Kupferprodukte zählen das Recyclingwerk Lünen und der Produktionsstandort Olen. Damit erfolgte auch organisatorisch der Schritt zu einer stärkeren Ausrichtung des Recyclings auf das Kundengeschäft. Zudem werden Produkte aus den Kupferproduktfamilien Gießwalzdraht, Stranggussformate, Walzprodukte sowie Spezialprodukte hergestellt und vermarktet.

Organisatorisch gliedert sich das Produktgeschäft in die Business Lines (BL) Rod & Shapes, Flat Rolled Products, Bars & Profiles und Marketing Cathodes. Die wesentlichen Produktionsstandorte sind Hamburg, Stolberg, Emmerich (Deutschland), Olen (Belgien), Zutphen (Niederlande), Pori (Finnland), Avellino (Italien) und Buffalo (USA). Dienstleistungszentren in Großbritannien, der Slowakei und Italien sowie ein weltweites Vertriebsnetz runden das Leistungsprofil ab.

Konzernübergreifende Funktionen unterstützen die operativen Business Units. Hervorzuheben ist hierbei der neu gegründete Bereich Supply Chain Management, dessen Aufgabe das konzernweite Rohstoffmanagement und darüber hinaus der Verkauf von Schwefelsäure und sonstigen Spezialprodukten ist.

Der Anteilsbesitz gemäß § 313 (2) HGB am 30.09.2015 ist im Konzernanhang aufgelistet.

Organisationsstruktur: Zwei operative Business Units, zentral geführt

Grafik: Organisationsstruktur: Zwei operative Business Units, zentral geführt

Wesentliche geschäftsrelevante Einflussgrößen

Wesentliche geschäftsrelevante Größen für Aurubis sind der Kupferpreis, die Schmelz- und Raffinierlöhne für Rohstoffe, die Kathodenprämien und die Formataufpreise für Kupferprodukte sowie die Verkaufserlöse für Schwefelsäure.

Der Preis für Kupfer bildet sich vor allem an der London Metal Exchange (LME), die physische Geschäfte sowie Kurssicherungs- und Anlegergeschäfte ermöglicht. Er ist über den Börsenhandel hinaus Richtwert und wird international anerkannt.

Der Kupferpreis ist die Basis für die Preisermittlung im Rohstoff- und Produktgeschäft. Da ein umfassendes, kontinuierliches Preissicherungsmanagement erfolgt, ergeben sich aus den Preisschwankungen keine nennenswerten unmittelbaren Risiken.

Indirekt beeinflusst der Kupferpreis aber das Rohstoffangebot und die Nachfrage. Des Weiteren kann durch effizientes Metallausbringen in unseren Anlagen ein Ergebniseffekt entstehen, der entsprechend der Rohstoffzusammensetzung und den Schwankungen des Metallpreises Veränderungen unterliegt.

Beim Einkauf kupferhaltiger Rohstoffe werden mit den Lieferanten Schmelz- und Raffinierlöhne verhandelt. Ihre Entwicklung hängt von der jeweiligen Angebots- und Nachfragestruktur auf den Weltmärkten ab. Im Kern sind sie das Entgelt für die Umwandlung von Rohstoffen in das Börsenprodukt Kupferkathode und andere Metalle.

Als Preisbasis für den Verkauf unserer Kupferprodukte dient die Börsen- und Marktnotierung für Kupfer. Der von Aurubis festgesetzte Prämienaufschlag für Kathoden sowie Formataufpreise, die für die Umwandlung von Kathoden in Kupferprodukte erhoben werden, sind weitere Bestandteile des Verkaufspreises. Einflüsse gehen u. a. von Konjunkturentwicklungen aus.

Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung

Grafik: Preisbildung erfolgt entlang der Wertschöpfung