12. Ertragsteuern

Als Ertragsteuern werden die gezahlten oder geschuldeten Steuern auf Einkommen und Ertrag sowie die latenten Steuern ausgewiesen. Der Ertragsteueraufwand einschließlich der latenten Steuern setzt sich wie folgt zusammen:

    T 044
     
in T€ 2014/15 2013/14
     
Laufende Steuern 85.923 27.012
Latente Steuern –50.047 –13.560
     
  35.876 13.452
     
Vorjahreswerte angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen).

Der Steuerertrag aus latenten Steuern resultiert in Höhe von 50.047 T€ aus der Veränderung temporärer Bilanzunterschiede.

Im Steueraufwand sind für Vorjahre laufende Steuern in Höhe von 616 T€ (Vj. 1.023 T€) sowie latente Steuern (aus Korrekturen der Steuerbilanzwerte) in Höhe von 647 T€ (Vj. 347 T €) enthalten.

Das im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 anzuwendende deutsche Steuerrecht sieht einen gesetzlichen Körperschaftsteuersatz von 15 % (Vj. 15 %) zuzüglich eines Solidaritätszuschlages von 5,5 % (Vj. 5,5 %) vor. Der Gewerbesteuersatz beträgt bei der Aurubis AG 16,59 % (Vj. 16,59 %) des Gewerbeertrags. Bei den anderen deutschen Konzerngesellschaften kommen Gewerbesteuersätze zwischen 11,09 % und 17,33 % (Vj. 10,76 % und 17,33 %) zur Anwendung. Die für die ausländischen Gesellschaften zu Grunde gelegten jeweiligen landesspezifischen Ertragsteuersätze liegen zwischen 10 % und 35,98 % (Vj. 10 % und 45,88 %). Als wesentliche Besonderheit im belgischen Steuerrecht ist die „Notional Interest Deduction“ zu beachten, die zu einer Verringerung der Bemessungsgrundlage der laufenden Steuern der Aurubis Belgium im Berichtszeitraum in Höhe von 18.459 T€ (Vj. 15.918 T€) führt.

Gemäß IAS 12.81 (c) ist der insgesamt ausgewiesene Steueraufwand mit dem Steueraufwand zu vergleichen, der sich bei Verwendung der anzuwendenden Steuersätze auf das ausgewiesene Konzernergebnis vor Steuern theoretisch ergeben hätte.

Die Konzernsteuern beinhalten in nennenswertem Umfang Steuereffekte aus ausländischen Gesellschaften. Aus diesem Grund kommt nicht der Steuersatz der deutschen Muttergesellschaft (32,42 %, Vorjahr 32,42 %), sondern ein konzernweiter Mischsteuersatz i. H. v. 19,49 % (Vj. 8,47 %) zur Anwendung.

Die Veränderung des durchschnittlichen Konzernsteuersatzes resultiert aus einer gegenüber dem Vorjahr wesentlich geänderten Verteilung des Ergebnisbeitrages der Gesellschaften am Gesamtergebnis. Die wesentlichen Ergebnisbeiträge resultieren, abweichend zum Vorjahr, zu ungefähr gleichen Anteilen aus der Aurubis AG und Aurubis Bulgarien.

Überleitungsrechnung:

    T 045
     
in T€ 2014/15 2013/14
     
Ergebnis vor Steuern 169.444 57.552
Theoretischer Steueraufwand mit 19,49 % (Vj. 8,47 %) 33.025 4.873
     
Veränderungen des theoretischen
Steueraufwandes aufgrund:
   
– Steuersatzänderungen 11 –239
– Nichtansatz und Korrektur latenter Steuern 2.944 7.568
– Steuern aus Vorjahren 1.263 1.370
– nicht abzugsfähiger Aufwendungen 5.352 5.323
– steuerfreier Erträge –317 –258
– Notional Interest Deduction (Belgien) –6.274 –5.411
– Outside Basis Differences –76 –230
– Effekte aus der Equity Konsolidierung –59 390
– Sonstige 7 66
     
Steuern von Einkommen und Ertrag 35.876 13.452
      
Vorjahreswerte angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen).

Die Effekte aus dem Nichtansatz und der Korrektur latenter Steuern resultieren im Wesentlichen aus dem Nichtansatz aktiver latenter Steuern auf die im Geschäftsjahr erzielten Verluste der Aurubis Niederlande BV.

Die bilanzierten aktiven und passiven latenten Steuern entfallen auf folgende Ansatz- und Bewertungsunterschiede bei den einzelnen Bilanzpositionen, auf steuerliche Verlustvorträge sowie auf Outside Basis Differences (OBD):

        T 046
         
  30.09.2015 30.09.2014
         
in T€ Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
Aktive
latente Steuern
Passive
latente Steuern
         
Immaterielle Vermögenswerte 3.717 204 4.302 459
Sachanlagen 1.062 114.875 664 116.711
Finanzanlagen 2 0 2 0
At Equity bilanzierte Finanzanlagen 31 2.429 27 2.890
Vorräte 27.596 178.156 24.842 212.778
Forderungen und sonst. Vermögenswerte 779 42.422 1.438 34.968
Pensionsrückstellungen 55.698 4.152 59.617 5.353
Sonstige Rückstellungen 8.288 400 8.569 320
Verbindlichkeiten 71.030 14.014 53.304 7.454
Steuerliche Verlustvorträge 14.494 0 7.676 0
Outside Basis Differences 0 951 0 1.028
Saldierung –174.617 –174.617 –157.661 –157.661
         
Konzernbilanz 8.080 182.986 2.780 224.300
          
Vorjahreswerte angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen)

Von den aktiven latenten Steuern realisieren sich 28.374 T€ (Vj. 26.280 T€) und von den passiven 220.578 T€ (Vj. 247.746 T€) innerhalb der nächsten 12 Monate. Nach mehr als 12 Monaten realisieren sich aktive latente Steuern in Höhe von 154.323 T€ (Vj. 134.162 T€) und passive latente Steuern in Höhe von 137.025 T€ (Vj. 134.215 T€). Bei diesen Angaben handelt es sich um die Werte vor Saldierung.

Latente und laufende Steuern, die direkt dem sonstigen Ergebnis (OCI) und damit dem Eigenkapital belastet oder gutgeschrieben wurden:

        T 047
         
  30.09.2015 30.09.2014
         
in T€ Bestand Veränderung Bestand Veränderung
         
Latente Steuern        
Derivate 7.575 1.683 5.892 4.771
Pensionsrückstellungen 8.202 –5.556 13.758 25.498
         
Summe 15.777 –3.873 19.650 30.269
         
Laufende Steuern –1.033 78 –1.111 –601
Währungsdifferenzen –886 –254 –632 –632
          
Vorjahreswerte angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen)

Darüber hinaus ergaben sich währungskursbedingte Änderungen der einzelnen erfolgswirksamen latenten Steuerpositionen der ausländischen Tochtergesellschaften in Höhe von insgesamt 693 T€ (Vj. 329 T€).

Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem die Realisierung des entsprechenden Vorteils wahrscheinlich ist. Unter Berücksichtigung der prognostizierten Gewinnerwartungen der Tochtergesellschaften ist gemäß IAS 12.34 eine Nutzung der angefallenen Verlustvorträge wahrscheinlich.

Es bestehen Verlustvorträge von insgesamt 156.839 T€ (Vj. 121.610 T€). Auf Verlustvorträge in Höhe von 100.003 T€ (Vj. 83.657 T€) ist keine aktive latente Steuer gebildet worden, da aus heutiger Sicht die Möglichkeit der Nutzung als unwahrscheinlich einzuschätzen ist. Von den nicht werthaltigen Verlustvorträgen ist ein Betrag von 33.363 T€ (Vj. 33.733 T€) unbeschränkt vortragsfähig, ein Betrag von 26.395 T€ (Vj. 22.528 T€) innerhalb der nächsten sieben Jahre nutzbar und ein Betrag von 40.246 T€ (Vj. 27.396 T€) innerhalb der nächsten neun Jahre nutzbar.

Aus dem sich nach §37 KStG ergebenden Körperschaftsteuerguthaben und -erhöhungsbetrag hat sich im Berichtsjahr ein Ertrag in Höhe von 72 T€ (Vj. 94 T€) ergeben.

Auf Unterschiedsbeträge zwischen dem in der Konzernbilanz erfassten anteiligen Eigenkapital von Tochtergesellschaften und dem Beteiligungsbuchwert für diese Tochtergesellschaften in der Steuerbilanz der jeweiligen Muttergesellschaft (sogenannte Outside Basis Differences) wurden zum Stichtag passive latente Steuern von 951 T€ (Vj. 1.028 T€) gebildet. Für Outside Basis Differences aus thesaurierten Gewinnen der Tochtergesellschaften in Höhe von 14.144 T€ (Vj. 19.365 T€) wurden keine passiven latenten Steuern gebildet, da die Umkehr dieser Differenzen in absehbarer Zukunft nicht wahrscheinlich ist.