25. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Für die betriebliche Altersversorgung der beschäftigten Mitarbeiter bestehen im Aurubis-Konzern sowohl leistungs- als auch beitragsorientierte Zusagen.

Die Mehrzahl der im Aurubis-Konzern vorhandenen Altersversorgungssysteme basieren auf leistungsorientierten Zusagen in Deutschland sowie den USA (Defined Benefit Plans). Zum einen handelt es sich um einzelvertraglich ausgestaltete Direktzusagen. Zum anderen gewährt der Konzern leistungsorientierte Versorgungszusagen innerhalb von Kollektivplänen. Hierbei kommen sowohl rückstellungs- als auch extern finanzierte Versorgungssysteme zur Anwendung.

In Deutschland gewährt der Konzern seinen versorgungsberechtigten Mitarbeitern sowohl Pensionsleistungen als auch Leistungen der Invaliden- und Hinterbliebenenversorgung. Die Durchführung erfolgt zu einem wesentlichen Teil über Pensions- und Unterstützungskassen, deren Vermögen ausschließlich für die Abwicklung der Pensionsverpflichtungen des Aurubis-Konzerns verwendet werden darf.

In der Regel bestimmt sich die Höhe der Rentenleistung pro anrechnungsfähiges Dienstjahr als prozentualer Anteil an einem pensionsfähigen Gehalt. In Deutschland erfolgt alle drei Jahre eine Überprüfung der Renten und ggf. eine Anpassung entsprechend der Preisindexentwicklung.

Darüber hinaus gewährt eine Tochtergesellschaft in den USA ihren Mitarbeitern unter bestimmten Alters- bzw. Betriebszugehörigkeitsvoraussetzungen sowohl Pensionsleistungen als auch Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen für die Zeit nach der Pensionierung. Diese Altersversorgungsleistungen basieren auf Sammelvereinbarungen, die ausschließlich gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter umfassen.

Es handelt sich um lebenslange Pensionsleistungen, deren Höhe an den Beschäftigungszeitraum gebunden ist. Eine Gehaltsabhängigkeit in Bezug auf die Leistungshöhe besteht nicht.

Die Gesundheitsfürsorgeleistungen werden nach dem Ausscheiden der Mitarbeiter bis zu einem festgeschriebenen Mindestalter erbracht.

Während die Pensionszusagen im Wesentlichen durch ausgesonderte Vermögenswerte eines Pensionsfonds finanziert werden, besteht für die Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungsleistungen in den USA kein gesondertes Fondsvermögen.

Für sämtliche Versorgungsverpflichtungen im Konzern wurden versicherungsmathematische Gutachten eingeholt, die unter Berücksichtigung einer konzernweit einheitlichen Bilanzierung den länderspezifischen Besonderheiten Rechnung tragen.

Neben der Zugrundelegung der „Richttafeln 2005G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck waren folgende Marktzinssätze, Lohn-/Gehalts- und Rententrends Grundlage für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen:

    T 071
     
  30.09.2015 30.09.2014
     
Rechnungszinsfuß 2,40 % 2,40 %
Erwartete Einkommensentwicklung 3,00 % 3,00 %
Erwartete Rentenentwicklung 1,80 % 1,80 %

Für die Bewertung der Pensionsrückstellung der Aurubis Buffalo Inc., Buffalo, wurde die Annahme eines Rechnungszinsfußes von 4,06 % (Vj. 3,93 %) zugrunde gelegt. Einkommens- und Rentenentwicklung sind für die Berechnung der Pensionsverpflichtungen der US-amerikanischen Tochtergesellschaft nicht relevant.

Die in der Konzernbilanz ausgewiesene Netto-Pensionsrückstellung für leistungsorientierte Pensionszusagen zum 30. September 2015 bzw. zum 30. September 2014 stellt sich wie folgt dar:

    T 072
     
in T€ 30.09.2015 30.09.2014
     
Barwert der Versorgungszusagen 542.981 555.673
davon fondsfinanziert 417.974 431.929
– Zeitwert des Planvermögens 321.209 325.034
     
Netto-Bilanzwert am 30. September 221.772 230.639
     
davon: bilanziert als Aktiva 0 0
davon: bilanziert als Passiva 221.772 230.639
      
Werte zum 30.09.2014 teilweise angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen).

Die Nettoschuld für Leistungszusagen unter Berücksichtigung separater Überleitungen für den Barwert der definierten Leistungsverpflichtung sowie das Planvermögen lässt sich wie folgt herleiten:

Entwicklung Barwert der Versorgungszusagen

    T 073
     
in T€ 2014/15 2013/14
     
Barwert der rückstellungsfinanzierten Leistungsverpflichtungen 123.744 66.464
Barwert der fondsfinanzierten Leistungsverpflichtungen 431.929 405.685
Barwert der Versorgungszusagen zum 01.10. 555.673 472.149
Laufender Dienstzeitaufwand 11.595 9.128
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 500
Verlust aus Planabgeltungen 130 412
Zinsaufwand auf die Verpflichtungen 14.474 16.596
Neubewertungen –251 82.622
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus demografischen Annahmen 3.609 1.455
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus finanziellen Annahmen –979 79.456
Versicherungsmathematische Gewinne/Verluste aus erfahrungsbedingter Anpassung –2.881 1.711
Gezahlte Versorgungsleistungen –22.176 –21.086
Auszahlungen für Planabgeltungen –25.422 –9.626
Währungsdifferenz 8.958 4.978
     
= Barwert der Versorgungszusagen zum 30.09. 542.981 555.673
      
Werte zum 30.09.2014 teilweise angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen).

Der Barwert der Versorgungszusagen beinhaltet Verpflichtungen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft in Höhe von 66.539 T€ (Vj. 76.629 T€), wobei 16.881 T€ (Vj. 14.632 T€) auf Gesundheitsfürsorge- und Lebensversicherungszusagen entfallen.

Der Verlust aus Planabgeltungen resultiert aus der Übertragung von Verpflichtungen aus dem Versorgungsplan der US-amerikanischen Tochtergesellschaft an eine externe Versicherungsgesellschaft.

Enwicklung Planvermögen

    T 074
     
in T€ 2014/15 2013/14
     
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 01.10. 325.034 314.390
Zinserträge 8.853 11.323
Neubewertungseffekte 16.472 4.486
Gezahlte Versorgungsleistungen –16.477 –15.488
Auszahlungen für Planabgeltungen –25.422 –5.894
Beiträge des Arbeitgebers 5.782 12.035
Währungsdifferenz 6.967 4.182
     
Beizulegender Zeitwert des Planvermögens zum 30.09. 321.209 325.034

Entwicklung Nettoschuld

    T 075
     
in T€ 2014/15 2013/14
     
Nettoschuld zum 01.10. 230.639 157.759
Laufender Dienstzeitaufwand 11.595 9.128
Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0 500
Verlust aus Planabgeltungen 130 412
Nettozinsergebnis 5.621 5.273
Neubewertungseffekte –16.723 78.136
Gezahlte Versorgungsleistungen –5.699 –5.598
Auszahlungen für Planabgeltungen 0 –3.732
Arbeitgeberbeiträge zum Plan –5.782 –12.035
Währungsdifferenz 1.991 796
     
Nettoschuld zum 30.09. 221.772 230.639
      
Vorjahreswerte teilweise angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen).

Die Neubewertungseffekte werden erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis erfasst und im erwirtschafteten Konzerneigenkapital ausgewiesen. Das Nettozinsergebnis wird innerhalb der Zinsaufwendungen ausgewiesen. Die übrigen Komponenten des Pensionsaufwands (laufender und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand sowie der Verlust aus Planabgeltungen) werden dagegen im Personalaufwand erfasst.

In Deutschland werden die leistungsorientierten Pensionspläne im Wesentlichen über die Durchführungswege der Pensionskasse sowie der Unterstützungskasse verwaltet. Die Pensionskasse steht dabei unter der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Richtlinien in Bezug auf das Kapitalanlagenportfolio der Pensionskasse werden durch die „Verordnung über die Anlage des gebundenen Vermögens von Versicherungsunternehmen (Anlageverordnung)“ bestimmt. So ergibt sich die zulässige quantitative Streuung und Mischung der Kapitalanlagen für die Pensionskasse aus der Anlageverordnung. Ein Großteil des Vermögens der Pensionskasse ist in Spezialfonds investiert. Die Berechnung der Zuwendungen erfolgt nach dem jeweils gültigen technischen Geschäftsplan.

Die Risikokapitalanlagen (Eigenkapitalinstrumente und Schuldinstrumente mit einem geringeren Rating als Investment Grade) dürfen maximal 35 % des Buchwertes des Sicherungsvermögens betragen. Die Immobilienquote wurde mit 25 % des Buchwertes des Sicherungsvermögens voll ausgeschöpft. Derivate werden im Wesentlichen nur zum Zwecke der Absicherung eingesetzt. Dem Langlebigkeitsrisiko wird nach Prüfung durch den Aktuar ggf. durch eine Anpassung der biometrischen Parameter Rechnung getragen.

Die Unterstützungskassen orientieren sich hinsichtlich der zulässigen Kapitalanlagen ebenfalls an der Anlagenverordnung. Die Zuwendungen erfolgen im Rahmen der steuerlichen Möglichkeiten.


In den USA wird der leistungsorientierte Pensionsplan durch ausgelagertes Fondsvermögen finanziert. Die Investment-Strategie strebt in den USA eine Verteilung der Planvermögenswerte zu 60 % auf Aktien und 40 % auf festverzinsliche Wertpapiere an. Zur Vermeidung einer nicht kontrollierbaren Risikokonzentration ist eine Investition in übrige Vermögensklassen (z. B. Commodities, Immobilien, Wagniskapital) nicht zulässig.

Das Planvermögen im Konzern setzt sich wie folgt zusammen:

    T 076
     
in T€ 30.09.2015 30.09.2014
     
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 10.030 17.719
Eigenkapitalinstrumente 56.623 62.915
Schuldinstrumente 126.792 132.713
Immobilien 119.160 96.782
Rückdeckungsversicherungen 2.875 2.475
Sonstiges kurzfristiges Nettovermögen 5.729 12.430
     
Summe Planvermögen 321.209 325.034

Das Planvermögen enthält weder eigene Finanzinstrumente noch selbstgenutzte Immobilien. Die über Wertpapierfonds gehaltenen Eigenkapital- und Schuldinstrumente werden in der Übersicht den entsprechenden Anlageklassen zugeordnet.

Für die Eigenkapitalinstrumente stehen infolge ihrer jeweiligen Notierung an einem aktiven Markt in der Regel Marktpreise zur Verfügung. Der beizulegende Zeitwert in Höhe von 56.623 T€ (Vj. 62.915 T€) entfällt mit 27.054 T€ (Vj. 36.405 T€) auf Planvermögen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft.

Auch die Schuldinstrumente werden regelmäßig an einem aktiven Markt gehandelt. Der beizulegende Zeitwert in Höhe von 126.792 T€ (Vj. 132.713 T€) entfällt mit 18.210 T€ (Vj. 24.811 T€) auf Planvermögen einer US-amerikanischen Tochtergesellschaft.

Immobilien werden direkt gehalten und befinden sich ausschließlich im Inland. Es existieren keine Marktpreise an einem aktiven Markt.

Im Zusammenhang mit den leistungsorientierten Pensionsplänen ist die Gesellschaft verschiedenen Risiken ausgesetzt. Die Gesellschaft ist insbesondere den allgemeinen versicherungstechnischen Risiken wie dem Langlebigkeitsrisiko und dem Zinssatzänderungsrisiko ausgesetzt.

Sensitivitätsbetrachtung

Die nachfolgende Sensitivitätsanalyse zeigt die Auswirkung von Parameteränderungen auf den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen. Jede Änderung einer wesentlichen versicherungsmathematischen Annahme wurde separat analysiert, d. h. bei der Variation eines Parameters wurden die übrigen Parameter konstant gehalten.

          T 077
           
    Auswirkung auf Verpflichtung
    30.09.2015 30.09.2014
in T€ Para-
meter-
änderung
Anstieg Absenkung Anstieg Absenkung
           
Rechnungszins +/– 50
Basispunkte
–40.804 45.396 –41.712 46.508
Erwartete Einkommensentwicklung +/– 50
Basispunkte
9.057 –9.513 9.534 –9.857
Erwartete Rentenentwicklung +/– 50
Basispunkte
27.133 –25.783 27.638 –26.114
Lebenserwartung +/– 1
Jahr
22.021 –23.125 22.753 –23.801
            
Werte zum 30.09.2014 teilweise angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen).

Zukünftig werden folgende Fälligkeiten der undiskontierten Zahlungen für Pensionen erwartet:

    T 078
     
in T€ 30.09.2015 30.09.2014
     
Weniger als 1 Jahr 21.532 21.898
Zwischen 1 und 5 Jahren 93.859 99.372
Mehr als 5 Jahre 752.505 757.859
     
Summe 867.896 879.129
     
Werte zum 30.09.2014 teilweise angepasst (siehe Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgrund neuer Standards und Interpretationen)

Die durchschnittliche gewichtete Duration der leistungsorientierten Verpflichtungen beläuft sich zum 30. September 2015 auf 16,2 Jahre (Vj. 16,1 Jahre).

Für beitragsorientierte Zusagen der betrieblichen Altersversorgung wurden im Berichtsjahr 22.670 T€ (Vj. 25.268 T€) aufgewendet. Diese beinhalten sowohl freiwillige Zusagen als auch die durch den Konzern geleisteten Arbeitgeberbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.